Das zieh´n wir durch! - Auf Tour mit Kindern II

Die Tour ist geplant, das Wetter passt, ideale Bedingungen, um richtig schön vorwärts zu kommen, mal "Stoff" zu geben, es sich mal wieder richtig zu beweisen! 

 

 

Doch was tun, wenn die Kinder nicht mitziehen,  keinen Bock haben? Wenn man nur im Schneckentempo vorwärts kommt? Wenn es sich doch zieht?

Es zieht sich...
Es zieht sich...


Ehrgeiz

So schwer es fällt: Tempo und Etappenlänge muss sich nach den Kindern richten, Ehrgeiz der Eltern rächt sich! Das gilt auch für Touren, bei denen die Kinder nicht selbst aktiv sind und z.B. vorne im Boot oder im Radanhänger sitzen. Darüber sollten sich beide Eltern und auch eventuelle Tourpartner wirklich im Klaren sein! 

Scheiß Tour
Scheiß Tour

Das bedeutet nicht, dass man Kinder nicht mal fordern kann oder nicht ihren Ehrgeiz wecken sollte, aber meiner Erfahrung nach sind Kinder auf Tour vor allem in Gefahr, mental überfordert zu sein. Kinder können sich noch nicht selbst ablenken; wenn die Füße weh tun, besteht die Welt aus den Füßen. Regen bringt für die Kinder fast immer frieren und nicht Spielen können mit sich und zumindest jüngere Kinder haben selbst meist noch nicht genug Ehrgeiz, solche Unbilden in Kauf zu nehmen. Bei schlechtem Wetter also Ruhetag machen, in eine Unterkunft gehen oder die Tour abbrechen.

Daher hat es sich für uns bewährt, Touren so zu planen, dass sie möglichst an mehreren Punkten abbrechbar, kürzbar und erweiterbar sind. Ungünstig sind Strecken, die durchgezogen werden müssen. Eventuell wollen wir das nächstes Jahr auf dem Paddjelantaleden wagen, die Kinder sind dann aber auch 15 und 12 Jahre alt. 

 

Das Fjäll ist kein Ponyhof    (Jämtlandsfjäll, Schweden)
Das Fjäll ist kein Ponyhof (Jämtlandsfjäll, Schweden)

Landschaftsreize nehmen Kinder nicht oder nicht so wahr wie Erwachsene, auf den "Unterhaltungswert" schöner/spektakulärer Landschaft sollte man meiner Erfahrung nach nicht zu sehr bauen. Toll ist Wasser in jeder Form, aber nur wenn man auch damit spielen kann. Kinder wollen die Welt nach meiner Erfahrung be-greifen, nicht nur anschauen. Also eine große Mittagspause an einem reizvollen, bespielbaren Platz einbauen und Ruhetage einlegen, meine Kinder brauchen nach wie vor etwa alle drei Tage einen, und ich auch...  

Die Welt be-greifen  (Faltboottour Elbe)
Die Welt be-greifen (Faltboottour Elbe)

Was Ehrgeiz, Selbstmotivation und "Leidensfähigkeit" anbelangt, unterscheiden sich Kinder enorm. Da hilft wenig, schon gar keine vermeintlichen Vorbilder: "Schau mal, wie toll der Kevin läuft" oder Hinweise auf andere Kinder (oder die eigene Kindheit! ), die "in Deinem Alter schon viiiiel weiter laufen". 

Ablenkung hilft eine Weile, z.B. durch Geschichten, Lieder oder (Rollen-)Spiele im Laufen. Motivierend ist Lob, selber machen lassen, besonders hilft vorauslaufen/-fahren lassen und als wichtigster Punkt Identifikation mit der Tour. 

 

Heute dürft Ihr voraus laufen - motiviert trotz  Regen...
Heute dürft Ihr voraus laufen - motiviert trotz Regen...

Wollen die Kinder die Tour? Fahren sie vielleicht lieber Fahrrad als zu wandern? Wurden sie bei der Planung altersentsprechend einbezogen? Was wissen sie über die Landschaft, was gibt es zu entdecken? Was könnte sie locken? 

Tipps

  • Tempo und Strecke richtet sich nach den Kindern
  • Flexibel bleiben
  • unterwegs viel Zeit zum Spielen einplanen
  • Ablenkung durch Geschichten, Lieder, Spiele
  • Lob motiviert, vorauslaufen lassen noch mehr
  • bei schlechtem Wetter Ruhetag machen oder abbrechen
  • Kinder altersgemäß bei der Planung einbeziehen!

Bei Frust hilft Gelassenheit.

Darum geht es im nächsten Blog "Auf Tour mit Kindern"!


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